Kleine Kinder mit großen Handschuhen und Mütter auf Klappstühlen: Unsere ersten Baseball-Erfahrungen

Mein kleiner Junge spielt jetzt Baseball.

In einem echten Team mit anderen vier- und fünfjährigen Jungen. Eigentlich ist es nicht wirklich Baseball, sondern T-Ball. Der Unterschied (soweit ich es richtig verstanden habe): Beim T-Ball wird der Ball von einer Schlaghilfe, dem sogenannten  Batting Tee abgeschlagen. Und muss nicht aus dem Wurf heraus getroffen werden. Das macht es wohl ein bisschen einfacher. Ist aber immer noch schwierig genug, finde ich. 

Ich habe davon ohnehin keine Ahnung, ich weiß nur so viel: Einige Kinder dreschen mit ihren Schlägern auf den Ball ein als ob es kein Morgen gäbe und andere versuchen den Ball dann mit dem lustigen Handschuh zu fangen. Und dann rennen einige von ihnen zwischen diesen weißen Platten, die auf dem Rasen liegen, hin und her, bleiben manchmal stehen und rennen dann plötzlich weiter.

Ich habe keinen blassen Schimmer, wie gesagt. Ich klatsche und kreische einfach immer, wenn Linus den Ball getroffen oder ihn gefangen hat. Das passt schon.


Mein Junge weiß auch noch nicht so recht was das ganze Schlagen, Fangen und Rennen soll. In Deutschland ist Baseball ja nicht so populär. Fußball, das kennt er natürlich. Aber Baseball? Nie von gehört. Trotzdem habe ich ihn angemeldet: Weil wir hier in Amerika eben nicht das machen wollen, was wir schon kennen, sondern möglichst viele neue Dinge ausprobieren wollen. Und es macht ihm Spaß - auch ohne zu wissen, was er da eigentlich tut. 

Ich muss ihm nur dringend klar machen, dass man mit dem Baseballschläger ausschließlich den Ball und nicht andere Kinder schlägt. Alles andere wird sich schon finden.


Während Linus seine Sache auf dem Spielfeld eigentlich ganz gut macht, muss ich an meiner Rolle als Baseball-Mom noch dringend arbeiten: Ich sollte mir unbedingt abgewöhnen, wie wild am Spielfeldrand herumzuspringen, um meinem Jungen irgendwelche unnötigen Tipps zu zu brüllen (wie gesagt, ich habe doch ohnehin keine Ahnung).

Außerdem nerve ich mit meinem Gehopse und Gekreische wahrscheinlich die anderen Mütter, die gemütlich auf ihren mitgebrachten Klappstühlen sitzen, an ihren Kaltgetränken nippen und vergnügt miteinander plaudern.

So macht man das als Baseball-Mom. Und ich hätte es wissen müssen: Genau diese Szenerie habe ich schon in dutzenden amerikanischen Filmen gesehen. Und ich dachte immer, das sei ein Klischee. Von wegen. 

Beim nächsten Training nehme ich auf jeden Fall auch meinen Klappstuhl mit (Der steht schon in der Garage und gehört eigentlich zu einer Angelausrüstung, die wir uns vor Wochen gekauft haben. Stichwort: Was Neues ausprobieren). 


Letztens durfte sich Linus nach dem Training eine Handvoll Gummibärchen nehmen. Da verschwand er und kam kurz darauf mit seinem Baseball-Handschuh wieder zurück. Grinsend streckte er mir seine Baseball-Handschuh-Hand entgegen und sagte: "Mama, Du hast doch gesagt ich darf eine Handvoll haben!"

Ok, mein Junge hat zwar noch keine Ahnung von Baseball, aber wie man den Handschuh richtig einsetzt, weiß er dann wohl doch. 


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