Drive-thru fast alles

Natürlich ist mir meine Karte runtergefallen. Gestern am drive-Thru Geldautomaten. Vielleicht weil es mein erstes Mal drive-thru-banking war. In Hannover habe ich das noch nie gesehen, hier in Houston gibt es gefühlt an jeder Ecke diese drive-thru-Schalter. 

Ich zwänge mein Auto also in die enge Gasse zwischen Mauer und Geldautomat und krame nach meiner Karte. In dem Moment als ich meinen Arm aus dem Fenster in Richtung Schlitz strecke, brüllt mir mein kleiner Junge von der Rückbank ganz aufgeregt irgendetwas entgegen. Ich drehe mich ebenso aufgeregt zu ihm um und dann ist es auch schon passiert: Die Karte liegt auf dem Boden. Und ich so: Das. Darf. Doch. Nicht. Wahr. Sein.

Leider ist der Abstand zwischen Tür und Automat so gering, dass ich keine Chance habe die Tür zu öffnen, um an meine Karte zu kommen. Also zurück fahren. Nee, geht auch nicht. Da wartet schon der nächste Kunde. Natürlich. Also bedeute ich dem Fahrer hinter mir hektisch, dass ich noch längst nicht fertig bin, fahre nach vorne, steige aus, hole die Karte und fahre zurück in diesen verdammt engen Schlauch.  Mit hochrotem Kopf.  Mit dieser peinlichen Panne habe ich den drive-thru-Gedanken mal eben ad absurdum geführt: Man braucht ja eigentlich NICHT aus seinem Auto auszusteigen. Beim nächsten Mal dann. 

Trotzdem finde ich diese drive-thru-Kultur ziemlich praktisch. Vor allem im Sommer - wenn sich das Thermomether auf die 40-Grad-Marke zubewegt. Da ist es wohl wirklich toll, wenn man in seinem auf 20 Grad runter gekühlten Auto sitzen bleiben kann. Und trotzdem fast alles bekommt, was man so braucht. Um vorbereitet zu sein, habe ich mal ein wenig Vor-Ort-Recherche betrieben:


Essen: Check. Pizza, Pasta, Pommes, Burger, Tacos und so weiter. Fast Food at its best.

Nachtisch: Check. Ich habe ein Drive-Thru-Dings entdeckt, der Eis und anderen Süßkram anbietet.

Kaffee: Check.

Cocktails: Check. Es gibt drive-thru Margarita-Bars.

Medikamente: Check. Drive-thru pharmacy.


Das alles hat mich aber nicht wirklich überrascht. Diese Entdeckung hier hingegen schon: Es gibt drive-thru-Kirchen. Für das schnelle Gebet zwischendurch sozusagen. Dazu fällt mir nur ein: Typisch Amerika. Irgendwie. 


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Kommentare: 3
  • #1

    Rieke (Freitag, 23 Januar 2015 21:37)

    Dann warte mal bis Ihr Euren ersten Besuch habt und Dieser Geld holen will! Geht mir jedes mal so, also entweder Geheimnummer geben lassen, den Besuch fahren lassen oder sich wundern warum es eigentlich fast NUR drive thru Geldautomaten in diesem Land gibt und nicht einfach mal einer im Eingangsbereich einer Bank

  • #2

    Steffi (Freitag, 23 Januar 2015 21:42)

    Witzig, ich wollte neulich vom Zoo wegfahren und der Frau im Auto vor mir ist auch die Karte runtergefallen. Um die Tür zu öffnen war natürlich auch zu wenig Platz. Erst habe ich mich kaputt gelacht und dann war ich schnell genervt, da sie aus dem nötigen Vor- und Zurückfahren eine riesen Aktion gemacht hat....und die dauerte.....

  • #3

    Christina (Samstag, 24 Januar 2015 19:46)

    Cocktails? Fährt man dann besoffen weiter?

    Herrlich!

    Mehr solche Geschichten! Ich liebe es!