Die Möbel sind da! Wir haben ein Zuhause!

Am letzten Mittwoch war es endlich soweit: Unser Container aus Deutschland ist angekommen - beladen mit mehr als 350 Kisten und Möbelstücken. Der mindestens 20 Meter lange Container war in bester Tetris-Manier bis zum Anschlag vollgepackt.  Bei aller Vorfreude auf unsere Sachen - das ganze Zeug musste da ja auch raus und wieder rein in unser Haus. Und vor allem: Es musste aufgebaut, ausgepackt und eingeräumt werden.

Oh. Mein. Gott.

Nach gut vier Stunden war der Container leer und unser Haus dafür voll. So richtig voll meine ich: Die einzelnen Räume konnte man teilweise nur noch über schmale Trampelpfade erreichen - denn: Überall im Haus verteilt standen Möbelstücke rum und türmten sich Berge aus Büchern, Spielen, Lego-Kisten, Tassen, Tellern, Schuhen und unzähligen anderen Dingen. Bei diesem Hindernis-Parcour durchs Haus musste man auch immer höllisch aufpassen, dass die doch recht wackeligen Türme neben den Trampelpfaden nicht plötzlich einstürzen.

Und warum das ganze Chaos? Die Umzugshelfer haben direkt alle Kisten ausgepackt. Nicht weggeräumt, einfach nur ausgepackt. (Natürlich nicht weggeräumt. Sie können ja nicht wissen, dass sowohl meine Bücher als auch meine Schuhe nach einem speziell ausgeklügelten System sortiert werden müssen). Und somit haben die Männer den Inhalt der Kisten einfach dort ausgebreitet wo gerade Platz war. Also auf dem Boden, auf Tischen, Betten und Arbeitsflächen. Aber netterweise grob nach Zimmern sortiert. Der Vorteil: Wir mussten die Flut an Kartons und Verpackungsmaterial nicht selbst entsorgen. Der Nachteil: Blankes Chaos. Einschüchternd und angsteinflößend. 

Bevor ich das ganze Ausmaß des Chaos überblicken konnte, dachte ich noch euphorisch: Toll! Keine Kisten auspacken! Toll! Viel weniger Arbeit! Toll, wie gesagt. 

Später dachte ich etwas ängstlich: Oh, oh... Das ist ja wirklich ziemlich viel Zeugs, das hier überall rumliegt. Wo soll ich bloß anfangen? Oh, oh... Gar nicht gut.

Und dann nur noch panisch: Hilfe! Kann mich jemand hören? Ich brauche Hilfe!


Na ja, irgendwie haben wir das Chaos schließlich doch besiegt und alles verstauen können. Nach erster Sichtung ist auch fast alles heil geblieben und nichts verloren gegangen. Aber eben nur fast. Ein Rätsel haben wir noch zu lösen: Wo zum Teufel ist unsere Glasvitrinentür? Sie scheint auf mysteriöse Weise verschwunden zu sein. Wie vom Erdboden verschluckt.  In Hannover ist sie nicht geblieben, das wäre uns beim abschließenden Rundgang durchs Haus aufgefallen. Und der Container wurde erst hier bei uns vor der Haustür wieder geöffnet. Aber trotzdem ist die Glasvitrinentür bisher nicht aufgetaucht. Seltsam. Nachdem wir Mittwochnacht das ganze Haus abgesucht hatten, gibt es nur noch einen Ort, an dem die Tür noch sein könnte: In der Garage - jenem finsteren Ort, an dem immer noch das Chaos regiert.

Seit Donnerstag durchkämmt also immer einer von uns diesen "Ort des Grauens" (wenn ich daran denke, was dort noch alles rumsteht, fällt mir einfach keine positivere Bezeichnung ein). So kämpfen wir uns nun jeden Tag durch Werkzeugkisten, Sandspielzeuge, Bobby Cars, Roller, Fahrräder, ausrangierte Schränke, Gartengeräte und Blumenkübel, um an die letzten noch nicht ausgepackten Dachboden-Kisten zu kommen. Bisher verlief die Suche allerdings erfolglos. Zumindest was die Tür angeht. Statt dessen haben wir andere tolle Sachen gefunden.


Die letzten Tage waren sehr lang und die Nächte sehr kurz. Mittlerweile sind aber alle Möbel aufgebaut und verschraubt (bis auf der Schrank mit der Glasvitrinentür), die Bücher alphabetisch, nach Autor und Größe sortiert in den Regalen, die Schuhe stehen nach Absatzhöhe, Farbe und Anlass geordnet in meinem Schrank und alles andere hat auch seinen Platz gefunden. Wir haben für jedes einzelne Bild den passenden Ort gefunden, Kerzen verteilt und Kissen dekoriert.  Wir haben Schränke umgestellt und dann doch wieder abgebaut und in die Garage verbannt, noch mehr Deko-Kram im Haus verteilt und Duschvorhänge aufgehangen.

Und jetzt, so ganz allmählich, haben wir wieder ein Zuhause. Ein richtig gemütliches und schönes Zuhause. Welch ein herrliches Gefühl nach wochenlangen Zwischen- und Übergangslösungen. 


Heute bin ich übrigens wieder mit dem Glasvitrinentür-Garengensuchdienst dran. Ich werde diese verdammte Tür schon noch finden!


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Kommentare: 7
  • #1

    Anika (Montag, 19 Januar 2015 23:47)

    Puuuuuh! Das klingt nach viel Arbeit! Aber... Jetzt ist es euer Zuhause! Ich bin gespannt, was ihr in eurer Garage noch alles findet

  • #2

    Anne (Dienstag, 20 Januar 2015 06:02)

    Ich bin ueberascht das ihr alle moebel nach Texas bringt, dass war bestimmt teuer. ALS ich vor 14 jahren nach Massachusetts kam, hatte ich alles, bis auf persoenliche dinge verkauft, und fing ganz neu an! Hat mir mehr spass gemacht. Aber trotzdem, herzlich willkommen und ganz viel spass und glueck. Ich bin in Buende/Herford geboren. Wir Sind dann nach Berlin, Dort bin ich aufgewachsen. Gut, alles Liebe Von Anne aus Early/Brownwood texas

  • #3

    Christina (Dienstag, 20 Januar 2015 08:19)

    Ich liebe deine Art zu schreiben! ❤️❤️❤️

    Drück Dich!!!

  • #4

    Sabrina (Dienstag, 20 Januar 2015 14:28)

    Es ist ein großer Unterschied zwischen "ein Haus haben" und "ein Zuhause haben".
    Toll was ihr geschafft habt

  • #5

    Ruth Estes (Dienstag, 20 Januar 2015 20:06)

    Herzlich willkommen. Auch mir gefaellt Dein Schreibstil. Ist unterhaltend und weckt Erinnerungen. Ich hoffe, dass Ihr Euch gut einlebt.

  • #6

    Melanie (Dienstag, 20 Januar 2015 21:06)

    Ich freu mich auf die ersten Fotos vom gebändigten Chaos. Dein Blog macht so neugierig ;-)

  • #7

    ulrike (Mittwoch, 21 Januar 2015 16:58)

    eelche firma habt ihr benommen feur den Umzug?